Willst Du gut oder ganz sein?

Es geht im Leben nicht darum gut zu sein. Dies ist ein Trugschluss, der uns schon im frühsten Kindesalter beigebracht wurde und unser Leben auch als Erwachsene in jeglicher Hinsicht bestimmt und erschwert. Wir streben ständig danach gut, ja perfekt zu sein. Wir merken es lange Zeit nicht, eben, weil wir es gar nicht anders kennen.Du bist alles: gut, schlecht, faul, engagiert, loyal, hinterlistig, sauber, dreckig, männlich, weiblich, sanft, hart, laut, leise etc. Es geht darum ganz zu sein, zu werden (wobei Du es die ganze Zeit schon bist, nur entdeckst Du das erst nach und nach).<

Jeder einzelne Mensch hat ALLES in sich. Das Leben, Mutter Natur, der Mensch will immer ausbalanciert sein.

Je mehr wir versuchen gut zu sein, desto häufiger begegnen wir unserem Schatten, also dem Pendant im Außen, in Form der schlechten, hinterhältigen Kollegen, des unordentlichen Partners, der schlechten, bösen Menschen da draußen generell. Weil wir im Kern selbst das vermeintlich Schlechte ablehnen. Beides gehört allerdings zusammen. Es geht um die Ganzheit.
Irgendwann holt Dich die einseitige, erlernte Betrachtung ein.
Wenn Du depressiv bist, Du Dich verloren fühlst, weil Du sagst ‚Ich wollte doch alles richtig machen und unglücklich bin ich einfach, alles geht schief.‘
Wenn Du Dir vor Angst in die Hose machst, weil Du im Grunde Deines Herzens glaubst, dass Du nicht gut genug bist (die Grundangst überhaupt) und alles irgendwie nicht klappen will, weil Du doch nur gut sein, mitspielen wolltest im Leben.
Wenn Du krank wirst, Schmerzen erleidest, weil die einhergehenden Emotionen à la ‚Ich bin nicht gut genug. Ich habe Angst es nicht zu schaffen.‘ sich nun über die körperliche Ebene ausdrücken.
Diese Unbalanciertheit / das Gutsein-Wollen hat viele Ausdrücke.Ganzsein, also das Annehmen aller Aspekte von Dir, die angenehmen und scheinbar nicht so angenehmen, ist eine andere Auffassung von Menschsein. Eine ausbalancierte.

Ich sage stets zu meinen Klienten ‚Du bist ein Universum für Dich selbst – Du trägst alles in Dir‘. Das Helle, das Dunkle, das Tun, das Sein, das Selbstsichere, das Unsichere und so weiter.

Du nimmst alle Aspekte nach und nach an, indem Du Dir zugestehst ‚Ja, ich darf faul sein.‘ oder ‚Ja, ich darf auch unsicher, zweifelnd sein.‘

Immer, wenn Du Dich schlecht fühlst, Du Angst hast, schreibe die Gedanken auf, die dazu kommen. Denn in dem Moment urteilst Du und da stecken die ‚Perlen‘ (die unbewussten Aspekte Deiner Selbst) drin. Schreibe Dir auf, was Du an Dir selbst bzw. an anderen verurteilst. Es entspannt ungemein zu lesen ‚Ich darf Angst haben. Ich darf es nicht schaffen. Ich darf komplett versagen. Ich darf meine Familie enttäuschen. Ich darf schlecht gelaunt sein. Ich darf abgelehnt werden. etc.‘ Die Annahme der Aspekte macht Dich mehr und mehr frei und ganz. Und darum geht es.

Du bist hergekommen, um Deine ewig währende Ganzheit wieder wahrzunehmen und die Liebe hinter allem zu sehen und zu leben.

Von | 2018-09-19T13:31:00+00:00 1. November, 2017|Selbstliebe|

Über den Autor:

Meine einfache und klare Mission ist es, andere dabei zu unterstützen, zu sich selbst zu finden und so wieder den Weg des Herzens zu gehen.